So sind Sie gut auf Übersetzerfragen vorbereitet

Welche Fragen stellen Übersetzer?

Als sehr geschwätzig gelten Übersetzer*innen eigentlich nicht. Aber kaum wollen Sie etwas übersetzen lassen, fragen wir Ihnen einfach ein Loch in den Bauch! Das tun wir allerdings immer mit gutem Grund.

Fragen vor der Übersetzung:

Solche Fragen fallen in der Regel an, damit wir 

  1. feststellen können, ob wir die Richtigen für den Job sind, und
  2. Ihnen ein Angebot machen können.

Wappnen Sie sich für diese Fragen:

Fragen zum Text

  • Sprachkombination (Ausgangssprache, Zielsprache): Können wir die nicht in die gewünschte Sprache übersetzen, haben wir sicherlich jemanden in unserem Netzwerk, der oder die Ihnen helfen kann.
  • Textlänge (in Zeichen oder Wörtern): Ist es ein Artikel oder ein mehrbändiges Buch? Das kann durchaus einen Unterschied machen.
  • Dateiformat (Bsp. Word, PDF): Manche Dateiformate verlange besondere Software oder aufwändige Vor-und Nachbereitung. Nicht alle können das und das kann sich auch im Preis niederschlagen.
  • Soll im gleichen Format geliefert werden?: Auch hier kann besonderer Formatierungsaufwand anfallen.
  • Textlängenbeschränkungen (Bildunterschriften, Buttons, etc.): Hier geht es eher um einen zusätzlichen Anspruch an die Übersetzung. Müssen Lösungen gefunden werden, die eine bestimme Zeichenanzahl nicht überschreiten, können mehrere Überarbeitungen anfallen.

Fragen zum Inhalt

  • Thematik/Fachgebiet (Bsp. Tourismus, Marketing): Übersetzer*innen können nicht sinnvoll alle Fachgebiete bedienen. Die meisten beschränken sich auf zwei oder drei und reichen Aufträge aus anderen Fachgebieten lieber an geeignete Kolleg*innen weiter.
  • Textsorte (Bsp. Broschüre, AGB, Blogartikel): Auch hier gilt, dass nicht alle Übersetzer*innen alle Textsorten bedienen.
  • Bildmaterial und Graphiken, die zu übersetzen sind: Solche Sachen werden häufig in der Berechnung der Textlänge vergessen und können – je nach Format – fummelig in der Übersetzung sein. Die Zeit dafür muss eingeplant werden.

Fragen zur Vorgehensweise

  • Gibt es eine Unternehmenssprache oder ein Style Guide zu berücksichtigen? Oder bereits bestehende Übersetzungen? Sind Glossare oder Terminologielisten verfügbar? Solche Sachen können Hilfestellungen sein. Andererseits erfordert das Sichten von üppigem Referenzmaterial auch Zeit …
  • Gewünschte Dienstleistungen (Übersetzung, Lektorat/Korrektorat, Transkreation, Layout)
  • Lieferfrist: Bedenken Sie auch die Zeit für Revisionen, das Layouten und interne Freigaben. Faustregel: Je eiliger, desto teurer.

 

Hierzu können Sie auch im Info-Regal eine kurze, kostenlose Checkliste downloaden. Damit sind Sie für alle Gespräche gewappnet!

Fragen während der Übersetzung

Sind alle vorbereitenden Fragen geklärt und der Auftrag vergeben, kann es immer noch während des Übersetzungsprozesses Rückfragen geben. Beim tiefgehenden Arbeiten mit dem Text kommen Fragen auf, die bei einem ersten Querlesen nicht auffielen. Sollten Übersetzer*innen gerade keine Kristallkugel zur Hand haben, ist es nur vernünftig, dass sie sich mit Fragen an Sie wenden.

  • Inhaltliche/Kontextfragen: Je nach Textsorte kann Hintergrundwissen notwendig sein. Sei es um Ihre internen Abläufe, Ereignisse in der Vergangenheit oder Vorgängertexte. Manchmal stehen wir Übersetzer*innen aber einfach auf dem Schlauch. Wenn wir Sie dann fragen, können Ihre Antworten verhindern, dass sich Fehler in die Übersetzung einschleichen.
  • Fehler/Unklarheiten im ursprünglichen Text: Egal wie sorgfältig ein Text lektoriert wird, Fehler können passieren. Fallen diese uns auf und sorgen vielleicht für Verwirrung, dann bekommen Sie jetzt die Chance, auch Ihren deutschen Text anzupassen.
  • interne Abkürzungen und Akronyme: Manchmal muss man an die schiere Menge der firmeninternen sprachlichen Abkürzungen erinnert werden. Nicht jeder versteht sie oder kann sie auf Anhieb auflösen. Dann ist gut, dass wir nachfragen.
  • Notwendige Umformulierungen wegen kultureller Differenzen oder Wissenslücken: Übersetzungen richten sich an eine neue Zielgruppe. Nicht immer kann man das gleiche Wissen wie bei der Zielgruppe für den ursprünglichen Text voraussetzen. Übersetzer*innen helfen Ihnen, indem wir solche Stellen im Text indentifizieren und uns gegebenenfalls mit Ihnen über mögliche Lösungen beratschlagen.

Manchmal reicht ein einmaliger Vorgang aus Frage und Antwort nicht für die Bearbeitung und Beantwortung von Fragen aus. Weitere Gedanken, Entscheidungen und alternative Lösungen werden dann in Kommentaren für Sie festgehalten. Lesen Sie im Guckloch Blog mehr dazu, was für das für Kommentare sein können, die in Übersetzungen mitgeliefert werden:

Nur Mut!

Also, keine Scheu vor Übersetzer*innenfragen! Für Sie ist die wichtigste Erkenntnis, dass Übersetzen immer als Dialog stattfindet. Freuen Sie sich, wenn Übersetzer*innen nicht einfach von Vorannahmen ausgehen oder stillschweigend Entscheidungen treffen, sondern Sie und Ihr Expertenwissen zu Rate ziehen.

Außerdem können Sie sich ja revanchieren und Ihrerseits Fragen stellen. Möchten Sie wissen, warum wir uns für eine bestimmte  Lösung entschieden haben? Oder hätten Sie etwas anders übersetzt? Fragen Sie uns!

 

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